»Der eine mag seinen verlorenen Kampf mit der Schwerkraft als scharfen Schmerz im Rücken empfinden, ein anderer als ein wenig schmeichelhaftes Aussehen seines Körpers, wieder ein anderer als ständige Müdigkeit und Stress und noch jemand als ständig bedrohliche Umwelt. Diejenigen, die über vierzig sind, mögen es Alter nennen – all diese Signale können aber auch auf ein einzelnes, bzw. einziges Problem hindeuten: der Körper ist aus der Balance geraten. Er ist im Konflikt mit der Schwerkraft.«         Ida Rolf

Im Jahre 1920 wurde Ida Pauline Rolf am College of Physicians and Surgeons der Columbia University in Biochemie promoviert. Trotz der Widerstände, mit denen sie in der damaligen Zeit als Frau in der Wissenschaft konfrontiert war, vertiefte sie ihr Wissen über den Körper durch Forschungen im Bereich der organischen Chemie am Rockefeller-Institute.

Auf der Suche nach Lösungen für ihre eigenen gesundheitlichen Probleme und die ihrer beiden Söhne verbrachte sie viele Jahre mit dem Studium und Experimentieren in verschiedenen Heil- und Manipulationssystemen.

Fast ihr ganzes Leben lang war sie von vielen alternativen Heilmethoden fasziniert, darunter Homöopathie, Osteopathie, Chiropraktik und Yoga. Die Vorstellung, dass die richtige Ausrichtung, die physiologische Funktion und die anatomische Struktur zusammenhängen, ist die Grundlage vieler dieser Heilmethoden.

Dr. Rolf fand heraus, dass der Körper am besten funktioniert, wenn die Knochensegmente in der richtigen Ausrichtung sind. Sie nahm an, dass eine dauerhafte Verbesserung der Ausrichtung und des allgemeinen Wohlbefindens eine genauere Betrachtung der Auswirkungen der Schwerkraft auf unseren Körper erfordert. Sie war davon überzeugt, dass Ungleichgewichte in der Struktur des Körpers Auswirkungen auf das Netzwerk des Bindegewebes (Muskeln, Faszien, Sehnen und Bänder) hat, wodurch Kompensationen in der gesamten Körperstruktur entstehen.

Ihre grundlegende Frage war: "Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit die menschliche Körperstruktur in der Schwerkraft organisiert und integriert werden kann, damit der ganze Mensch optimal und ökonomisch funktionieren kann?"

Ihr ganzes Lebenswerk war dieser Untersuchung gewidmet, die zu dem System der Faszienmanipulation und Bewegungsschulung führte, das wir heute Rolfing® nennen. Um ihre Arbeit an andere weiterzugeben entwickelte sie eine Serie von zehn Sitzungen, die als 10er-Serie bekannt wurde.

Seit ihrem Tod im Jahr 1979 im Alter von 83 Jahren hat das von ihr gegründete Rolf Institute® of Structural Integration, zusammen mit seinen weltweiten Tochtergesellschaften wie dem European Rolfing® Association e.V., ihre Arbeit weitergeführt. Es werden Rolfer ausgebildet und zertifiziert und die wissenschaftliche Forschung unterstützt.